Viele Geschichten ranken sich um Vogelspinnen was das Gift betrifft. So behaupten uninformierte Menschen gerne, dass diese Tiere „tödlich giftig“ für die Menschen sind. Das stimmt nicht! Das Gift einer Vogelspinne ist tödlich, aber nicht für den Menschen, sondern nur für die Futtertiere der Vogelspinne. Man kann ihr Gift etwa mit der Stärke einer Wespe vergleichen, as ja auch nicht tödlich für den Menschen ist. Allerdings sollten sich Allergiker, die gegen Insektengift allergisch sind, in Acht nehmen, da es doch noch schlimmere Folgen für diese Menschen haben kann.
Eine andere Gefahr bei den Vogelspinnen (aber beschränkt auf manche Arten) sind die Brennhaare einer Vogelspinne. Fühlt die Vogelspinne sich bedroht oder gestört so neigen manche Arten der Vogelspinne dazu sich die Haare vom Hinterleib abzureiben und sie regelrecht den Feinden entgegen zu schleudern. Gelangen diese Brennhaare dann auf die Haut des Opfers, so löst das ein Brennen aus und verursacht Juckreiz, vergleichbar also mit einer Brennnessel. Gelangen diese Brennhaare in die Augen der Opfer müssen diese sofort ausgewaschen werden, denn auch hier droht ein brennendes Gefühl. Diesmal gilt auch wieder für Allergiker größte Vorsicht.
Man sollte sich vor dem Kauf einer Vogelspinne im Klaren sein, was für ein Tier man sich also anschafft, denn zum Kuscheln oder zur Unterhaltung eignen sich diese Tiere wirklich nicht.
Vogelspinnen Gefahr
Terrarien für eine Vogelspinne
Die benötigte Größe des Terrariums ist unterschiedlich. Bei kleineren Arten, sollte die Grundfläche 20cm x 30cm betragen, bei mittleren Arten sollte die Größe der Grundfläche 30cm x 30cm betragen und bei den größeren Arten sollte die Grundfläche 40cm x 30 cm betragen. Die Höhe sollte aber in keinem Fall mehr als 50cm sein, da sonst Verletzungsgefahr besteht. Bei bodenbewohnenden Arten reichen meist schon 20cm. In der Grundfläche kann man natürlich auch immer ein größeres Terrarium gewählt werden, was allerdings nicht das Wohlbefinden der Spinne steigert, sondern meist aus dekorativen Gründen gewählt wird.
Am Besten ist eine ständige Temperatur von 22°C bis 25°C. Dazu kann man ein Heizkabel, Glühbirnen (15 bis 25 Watt) oder Heizmatten benutzen. Diese werden an der Rückwand befestigt (genauso wie Heizkabel) und täglich 8 bis 10 Stunden heizen lassen. Um das ständige manuelle schalten zu verhindern, kann man auch eine Zeitschaltuhr verwenden, die man in die Steckdose steckt und entsprechend einstellt.
Weiterhin ist ein Trinkgefäß aus schwerem Material (zum Beispiel Ton) erforderlich. Auch sind Luftschlitze unerlässlich. Denn die Spinne braucht frische Zuluft und die verbrauchte Luft muss auch wieder entweichen. Weiterhin sollte man auf die Sicherung des Terrariums achten. Wenn die Spinne kräftig genug ist, so kann sie waagerecht verlaufende Terrariengläser leicht öffnen und durch einen Spalt entkommen. Hier hilft eine verbogene Büroklammer oder ein spezielles Terrarienschloss. Die Sicherung senkrecht verlaufender Gläser erübrigt sich durch die Schwerkraft.
Krankheiten der Vogelspinne
Wie alle Lebewesen können auch Vogelspinnen unter Krankheiten und Verletzungen leiden. Bei Verletzungen kleineren Ausmaßen ist allerdings keine große Gefahr vorhanden, denn diese heilen schnell von selbst. Sind größere Verletzungen erkennbar besteht für die Vogelspinne Lebensgefahr, denn auch sie kann verbluten. Das Blut einer Vogelspinne ist meistens klar oder trüb und nicht rot, wie bei Säugetieren.
Von einer Verletzung wird auch dann gesprochen, wenn Teile von Gliedmaßen fehlen, welche aber ungefährlich ist für die Spinne, da die offene Wunde an Gliedmaßen schnell von alleine abheilt und die Gliedmaßen bei der Häutung von selbst nachwachsen.
Die häufigsten Krankheiten bei Vogelspinnen sind Pilzbefall, Parasitenbefall, innere Krankheiten und Infektionen. Der Pilzbefall äußert sich durch helle Flecken an dem Körper der Spinne und beeinträchtigt den Stoffwechsel, sodass es schnell zum Tod der Spinne führen kann.
Parasitenbefall ist der Befall von Milben, Würmern und Fliegenlarven.
Der Befall von Würmern lässt sich durch Futterverweigerung und ständiges sitzen der Spinne auf einer Stelle erkennen. Eine Behandlung gegen Würmer gibt es leider nicht, da es unweigerlich zum Tod der Spinne führt. Milben klammern sich am Körper der großen Spinne fest und sind eher ungefährlich wenn sie in kleineren Mengen auftreten. Fliegenlarven nisten sich hingegen in den Kokon der Spinne ein und verursachen das Schimmeln des Kokons, auch hier gibt es keine Heilmethode. Infektionen und innere Krankheiten sind weitgehend unerforscht, sodass es unweigerlich zum Tod führt.
Paarung und Zucht der Vogelspinnen
Vor dem Entschluss zur Zucht und zur Paarung sollte man sich im klaren sein, dass Vogelspinnen in der Regel sehr viele Nachkommen produzieren und man deshalb viel Platz und viele Käufer braucht. Das Weibchen sollte niemals vor der Häutung stehen bei der Zucht sondern sich immer kurz nach der Häutung befinden.
Man sollte darauf achten, dass beide Spinnen paarungsbereit sind und das Terrarium groß genug ist. Ist das Terrarium nicht groß genug, so sollte ein neues angeschafft werde, welches nur zur Zucht dient. Dies muss nicht besonders aufwendig eingerichtet werden, allerdings muss man darauf achten, dass (für bodenbewohnende Spinnen) eine Höhle vorhanden ist.
Während des Paarungsaktes sollte man die Spinnen beobachten um dem Männchen notfalls mit einer langen Pinzette oder einem Holzstab zur Hilfe eilen zu können, falls das Weibchen es angreift.
Nachdem man das Männchen (möglichst weit weg vom Weibchen) in das Terrarium gesetzt hat, fängt es an mit den Tastern auf den Boden zu trommeln. Daraufhin sollte das Weibchen mit trommeln antworten um die Paarungsbereitschaft zu zeigen. Das Weibchen richtet sich gegenüber dem Männchen auf, sodass dieses mit seinem, an den Tastern befindlichen Geschlechtsorganen, das Weibchen befruchten zu können. Nach begangener Paarung läuft das Männchen vom Weibchen weg.
Nun kann es einige Zeit dauern bis das Weibchen den Kokonbau beginnt, da die Spermien einige Zeit im Körper gespeichert werden.
Haltung der Vogelspinne
Vogelspinnen sind im Allgemeinen nachtaktiv und sollten Tagsüber nicht gestört werden, da durch die Störung Stress verursacht wird und der natürliche Tagesablauf der Vogelspinne gestört wird. Sie sind genügsam, verglichen mit anderen Terrarientieren, und pflegeleicht.
Für die meisten Arten der Vogelspinne sind Temperaturen zwischen 22°C und 25°C perfekt, welche immer verbunden sein sollte mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Diese sollte zwischen 80% und 90% liegen, damit sich die Tiere wohl fühlen. Die Temperatur lässt sich durch den Einsatz von Glühbirnen, Heizspiralen oder Heizmatten erreichen.
Diese hohe Luftfeuchtigkeit erreicht man durch ständiges Sprühen mit Wasser oder gießen der Bodenvegetation. Tut man dies, so ist immer höchste Vorsicht geboten, denn manche Arten sind sehr aggressiv. Ist dies der Fall, sollte man am Besten mit einer 30cm Pinzette arbeiten um nicht von dem Tier gebissen zu werden. Alternativ lässt sich auch eine Dose über die Spinne stülpen.
Da die Vogelspinne verschiedene Arten mit verschiedenen Ernährungsweisen aufweist, sollte man sich vor der Anschaffung einer Vogelspinne erstmal erkundigen, was die Vogelspinne frisst und wo das artgerechte Futter beschafft werden kann. Manche arten geben sich Heimchen zufrieden, während andere lebendige Mäuse brauchen. Heimchen und auch andere Insekten zur Fütterung lassen sich für gewöhnlich in allen Zoofachhandlungen besorgen.
Körperbau der Vogelspinne
Wie bereits erwähnt gehört die Vogelspinne zu den Gliedfüßlern. Ihr Körper ist in verschiedene Segmente eingeteilt, die aus Vorderkörper, vier Laufbeinpaaren, den Tastern, den Beißklauen und dem Hinterleib besteht. Am Vorderkörper der Vogelspinne befinden sich die Laufbeinpaare, die Taster und die Augenpaare. Im Inneren des Vorderkörpers befindet sich der Saugmagen, der durch die Mundöffnung gefüllt wird. Am Ende des Vorderkörpers sind Vorderkörper und Hinterkörper miteinander verbunden.
Der Hinterleid der Vogelspinne ist ihr schwächster Punkt, so kann ein Sturz aus geringer Höhe für eine Vogelspinne schon tödlich sein, denn dadurch kann der Hinterleid aufplatzen und die Spinne kann daran dann verbluten. Der Hinterleid kann sich mit jeder Mahlzeit ausdehnen. An der Ausdehnung lässt sich dann zuverlässig der Ernährungszustand der Spinne feststellen.
Auch befinden sich im Hinterleid die meisten Organe, wie das Herz, ein Teil des Darms und die Lunge der Spinne. Einige Arten besitzen am Hinterleid so genannte Brennhaare, die die Spinne als Abwehr ihren Feinden entgegen schleudert.
Am Ende des Hinterleibs befindet sich der Darmausgang und die Spinnwarzen-Paare. Es gibt ein kleines und ein großes Paar Spinnwarzen. Jedes für sich hat drei Glieder und jedes für sich ist beweglich. Sie dienen der Seidenproduktion, welche für Fortpflanzung, Nahrungsausnahme und Selbstschutz gebraucht wird.
Arten und deren Herkunft
Da es unmöglich ist hier jetzt alle Vogelspinnenunterarten zu listen mit der jeweiligen Herkunft, werden nur einige Exemplare näher beleuchtet, die wohl zu den bekanntesten Arten der Vogelspinnen gehören.
Die Kraushaar-Vogelspinne wird bis zu sieben cm groß und lebt in den Regenwäldern von Costa-Rica oder Guatemala. Sie wird als Anfänger-Tier empfohlen und ist vom Wesen her friedlich.
Die Rotknie-Vogelspinne frisst kleinere Insekten und wird bis zu 7cm groß. Sie ist friedlich und lebt in den Wüsten und Halbwüsten Mexikos.
Die Riesenvogelspinne lebt überwiegend in versteckt in Afrika und ist (wie der Name schon sagt) sehr groß und meistens braun-schwarz gefärbt. Allerdings gibt es durchaus größere Vogelspinnen.
Die größte von ihnen ist „der Gigant“ mit einer Beinspannweite von unglaublichen 28cm! Sie lebt an der Gesamtküste Südamerikas. Sie lebt von Insekten bis hin zu kleineren Nagern und Echsen und ich braun bis schwarz gefärbt ohne jegliche Farbmusterung.
Die Ceylon-Baumvogelspinne ist eine der schönsten Arten, die es gibt. Leider ist diese Art etwas aggressiv. Sie lebt in Baumhölen und Astlöchern, wo sie ihrer Beute auflauern können.
Die Blaubein-Vogelspinne lebt im Thailändischen Gebiet, vermutlich in Burma und Laos. Sie baut sich tiefe Bodenröhren im Regenwald und ist mit eine der schönsten Vogelspinnen der Welt. Ihre Beine und Taster schimmern in einem metallischen Blau.
Häutung der Vogelspinnen
Wie alle Spinnen sind auch Vogelspinnen in der Lage sich zu Häuten. Da die Vogelspinne kein mitwachsenes Skelett besitzen, sondern ein Außenskelett, welches nicht mitwächst, müssen Vogelspinnen ihre „Haut wechseln“. Dies tun sie in regelmäßigen Abständen um so weiterhin wachsen zu können.
Die Häutung dient nicht nur dem Wachstum, sondern auch der Reinigung. So werden Schlackestoffe aus dem Körper transportiert und es besteht die Möglichkeit, dass abgestoßene Glieder wieder nachwachsen können.
Die Abstände zwischen den Häutungen ist unterschiedlich und variiert je nach Art und Alter des Tieres. Ein Jungtier häutet sich etwa alle zwei bis vier Wochen wobei sich diese Zeitspanne ausweitet mit dem Älterwerdens auf zwei bis drei Monate.
Ausgewachsene männliche Tiere häuten sich nach der Geschlechtsreife in der Regel nicht mehr, wobei es da auch wiederum Ausnahmen gibt.
Das erwachsene Weibchen hingegen häutet sich ein bis zwei Mal im Jahr, wobei die Abstände sich mit zunehmenden Alter ausweiten.
Während der Häutung muss die Spinne ungestört bleiben. Die Häutung aus sich besteht aus drei Abschnitten. In der Vorbereitungsphase frisst die Vogelspinne nichts mehr und webt sich ein Netz in dem sie auf dem Rücken liegt, um in dieser Position die Häutung durchzuführen. Während der zweiten Phase wird der Chitindeckel durch erhöhten Druck der Körperflüssigkeit eingerissen und die Spinne kann sich hinauswinden. Nach der Häutung folgt die Nachbereitungsphase, in der sich die Spinne erholt und das Außenskelett gehärtet wird.
Entwicklung der Vogelspinne
Wie die meisten Insekten, legt auch die Vogelspinne Eier. Jedoch nicht einzeln, sondern in einem Kokon. Die Vogelspinne stellt Lagen aus Spinnenseide her und platziert darauf die Eier. Diese werden dann mit weiteren Lagen zugedeckt und zu einem Kokon geformt. Das Weibchen ist dabei zuständig für die Nestwache. Das Männchen geht nach der Paarung weiter seinen Weg.
Nun entwickeln sich die Eier in dem Kokon und werden bald zu Larven schlüpfen. Allerdings weisen die Larven noch keine Ähnlichkeit mit einer ausgewachsenen Spinne auf. Die Beschreibung „Ei mit Beinen“ trifft es dabei sehr gut. Diese Larven bilden sich weiter aus und häuten sich innerhalb des Kokons. Die Larven nehmen noch keine Nahrung zu sich, allerdings wurde beobachtet, dass sie unbefruchtete Eier oder schwächere Larven verspeisten.
Auch kommt es vor dass durch die Bewegungen im Kokon der Fressreiz der Mutter ausgelöst wird und die Mutter den Kokon frisst.
Die Larven entwickeln sich in dem Kokon weiter zur Nymphe, welche schon deutlich mehr Ähnlichkeiten mit einer erwachsenen Vogelspinne aufweist. Zu der Zeit, wo die meisten Larven sich zur Nymphe entwickelt haben, öffnet das Muttertier den Kokon, damit die Nymphen entweichen können. Dann folgt eine Zeit in der sich die Tiere noch einige Male häuten, bis sie zu einem geschlechtsreifen adulten Tier geworden sind.
Allgemeine Vogelspinnen Infos
Viele Menschen kennen sie. Viele Menschen fürchten sie. Aber es gibt auch viele Menschen, die sie lieben: die Vogelspinne. Sie wird oftmals als Schocker für Horrorfilme verwendet oder als Grusel bei Halloween in riesiger Größe hingestellt.
Ihr lateinischer Name lautet Theraphosidea. Von den Vogelspinnen gibt es schätzungsweise 900 Arten und 112 Gattungen. Sie leben vorzugsweise in den tropischen und den subtropischen Regionen der Erde und tauchten erstmal im Zeitalter des Karbons vor 350 Millionen Jahren auf.
Die deutsche Bezeichnung „Vogelspinne“ leitet sich wahrscheinlich von den Illustrationen der berühmten deutschen Künstlerin Maria Sybilla Merian ab. Sie veröffentlichte 1705 in ihrem Werk „Metamorphosis Insectorum Surinamensium“ ihre Eindrücke von der Reise nach Surinam.
In diesem Werk befindet sich eine Abbildung einer großen Spinne, die auf einem Ast sitzt und gerade einen Kolibri verspeist. Jedoch ist die Beute von Vogelspinnen vielfältigt und reicht von Insekten über Skorpione bis hin zu kleineren Echsen und Nagetieren.
Die Vogelspinne gehört zu den Gliedfüßlern. Ihr Körper ist in mehrere verschiedene Abschnitte eingeteilt sind.
Zu den Feinden der Vogelspinne zählen Wegwespen, Mangusten, aber auch Skorpione und kleinere Echsen, die die Vogelspinne vielleicht nicht direkt angreifen, jedoch ihr das Futter streitig machen. Und natürlich auch die Wanderameisen, die über alles herfallen, was nicht sofort flieht.